CAT-Tools: Des Übersetzers liebste Haustiere

CAT-Tools: Die Werkzeuge eines modernen Übersetzers
CAT-Tools :-). Image by makieni777 from Pixabay

Was ein Katzenfoto mit Übersetzungen zu tun hat?

Insider kennen den Gag: Übersetzungsprogramme, die zum unabdingbaren Handwerkszeug von professionellen Übersetzern gehören, heißen CAT-Tools. CAT steht dabei für Computer Assisted Translation, also computergestützte Übersetzung.

Sind CAT-Tools dasselbe wie Google Translate?

Nein. Tatsächlich kann man bei vielen CAT-Tools Google Translate als Plugin einsetzen, aber grundsätzlich ist ihre Funktionsweise eine ganz andere.

Ein CAT-Tool besteht in erster Linie aus einem TM, also einem Translation Memory. In diesem werden bereits fertiggestellte Übersetzungen abgespeichert. Findet das Programm dann einen gleichen oder ähnlichen Satz wieder, zeigt es die frühere Übersetzung an. Es zeigt auch an, wie stark die Sätze übereinstimmen.

Zum anderen gehören zu einem solchen Programm meist Termbanken. Dabei handelt es sich um Datenbanken, in dernen man Vokabeln nach selbst festgelegten Kriterien organisiert abspeichern kann. Während der Übersetzung erkennen viele CAT-Tools diese Vokabeln im Ausgangstext und zeigen sie gleich an.

Was bringen CAT-Tools?

Sie steigern vor allem bei Übersetzungen mit vielen Wiederholungen, was besonders bei Fachtexten ja durchaus der Fall sein kann, die Effizienz. Sie helfen auch, dafür zu sorgen, dass die Übersetzung konsistent bleibt. Das heißt, sich wiederholende Begriffe werden dank CAT-Tools auch immer gleich übersetzt, was Missverständnissen vorbeugt.

Außerdem verlangen auch Agenturen nicht ohne Grund oft für ihre Projekte die Arbeit mit einem bestimmten CAT-Tool: Sie schicken dem Übersetzer oft ihr Translation Memory mit und bekommen so gemeinsam mit der Übersetzung auch eine Erweiterung ihres Translation Memorys.

Außerdem beinhalten die Programme normalerweise eine Analyse des Textes, die auskunft darüber gibt, wie viele Worte insgesamt der Text enthält, wie viele davon neu übersetzt werden müssen und wie viele Übereinstimmungen es mit dem TM gibt. Anhand dieser Analyse legen die Agenturen und Übersetzer meist das Honorar für die Übersetzung fest.

CAT-Tools enthalten noch dazu normalerweise einen Qualitätscheck, womit man nach bestimmten Kriterien die Qualität der Übersetzung prüfen lassen und verbessern kann. Auch dies verlangen die meisten Agenturen. Unterm Strich: Möchte man Aufträge von Agenturen bekommen, kommt man um CAT-Tools kaum herum.

So arbeitet man mit CAT-Tools

Programme wie Trados oder MemoQ wandeln den Text, den man übersetzen möchte, zuerst in ein zweisprachiges Dateiformat um. Dann kann man noch Translation Memory und Termbank hinzufügen und das Übersetzungsprojekt ist im Prinzip fertig.

Natürlich kann es sein, dass das bereits eine Agentur als Auftraggeber erledigt und das gesamte Projekt schon als Paket an den Übersetzer schickt.

Der Text wird bei der Umwandlung in die zweisprachige Version in Segmente unterteilt, wobei idealerweise ein Satz ein Segment ergibt. Dann muss man „nur noch“ Segment für Segment übersetzen und das Projekt abschließen. Das CAT-Tool erstellt dabei eine zielsprachliche Version im Dateiformat und idealerweise auch in der Formatierung des Ausgangstextes, die man an den Kunden schicken kann.

Was man auch beachten sollte: Für eine wirklich effektive Arbeit und um die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden, sollten sowohl Termbank als auch Translation Memory regelmäßig geprüft und gepflegt werden.

Wie und wo kann man die Programme kennen lernen?

Zum einen werden sie oft schon im Studium als Fach gelehrt, zum Anderen gibt es für Profis auch Fortbildungen vom BDÜ. Natürlich haben auch die Anbieter der Tools ihre Fortbildungen im Programm.

Wer eine kleine Entscheidungshilfe braucht, welches Programm sie/er ausprobieren soll, kann sich gerne hier im Blog einer Übersetzerkollegin Erfahrungsberichte anschauen.