Beglaubigte Übersetzungen

Was man über beglaubigte Übersetzungen wissen muss

Wenn man in ein Land einwandert, braucht man einige beglaubigte Übersetzungen von Dokumenten. Möchte man zum Beispiel, dass der Studien- oder Ausbildungsabschluss anerkannt wird, müssen die Zeugnisse beglaubigt übersetzt werden. Möchte man im Ausland heiraten, muss man die hierfür geforderten Dokumente wie Geburtsurkunde, Inlandspass und Ehefähigkeitszeugnis bzw. Ledigkeitsbescheinigung in beglaubigter Übersetzung vorlegen.

Wer kann eine beglaubigte Übersetzung anfertigen?

Beglaubigte Übersetzungen für deutsche Behörden dürfen nur in Deutschland allgemein beeidigte bzw. ermächtigte Übersetzer anfertigen. Eine Lister beeidigter Übersetzer finden Sie unter justiz-dolmetscher.de oder auch auf den Homepages der Landgerichte.

Wodurch unterscheidet sich eine beglaubigte Übersetzung von einer allgemeinen?

Eine Beglaubigte Übersetzung trägt die Überschrift „beglaubigte Übersetzung aus der… Sprache“. Außerdem ist sie vom Übersetzer gestempelt und der unterschriebene Beglaubigungsvermerk des Übersetzers ist angeheftet. Bei einer Beglaubigten Übersetzung sollten auch die Seiten nummeriert sein und sie müssen so zusammengeheftet und geknickt sein, dass der Stempel des Übersetzers über alle Seiten (auch den Beglaubigungsvermerk) geht.

Die genauen Vorgaben unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Für Bayern gibt es einen Leitfaden mit Empfehlungen.

Wie überträgt man Namen aus dem Russischen?

Laut den Empfehlungen für Bayern sollen Namen bei beglaubigten Überetzungen nach ISO-Norm transliteriert oder nach den Duden-Transkriptionsregeln übertragen werden. Hier eine Tabelle der verschiedenen Systeme. Welches System man nutzt, trägt man in einer Fußnote ein. Der Unterschied ist, dass das Duden-System sich nach der Aussprache richtet und uns geläufiger ist, hier kann dafür jedoch nicht immer ein russischer Buchstabe genau einem deutschen Buchstaben zugeordnet werden. Eine Rückübertragung ist deshalb schwierig. Die Übertragung nach ISO ist eindeutig, ein russischer Buchstabe entspricht nur genau einem deutschen, hierfür sind jedoch manchmal für deutsche Muttersprachler schwierig zu lesende Sonderzeichen nötig. In manchen Übersetzungen ist der Name daher zweimal übertragen: Einmal nach ISO, um für die Behörden auf der sicheren Seite zu sein, und einmal nach Duden, um die Lesbarkeit zu sichern.

Erfahrungsgemäß ist es vor allem wichtig, dass die Namen möglichst in allen Dokumenten einheiltich übersetzt werden, sonst gibt es von behördlicher Seite Schwierigkeiten.

Und Zeugnisnoten?

Klar, das russische Notensystem ist anders als das deutsche. Bei russischen Schulnoten ist normalerweise die 5 die Bestnote und die 1 die schlechteste Note, mit einer 3 hat man gerade so bestanden.

Die Notensysteme sind also kaum vergleichbar und eine direkte Umrechnung nicht möglich. Daher werden auch in beglaubigten Übersetzungen die Noten nach dem ursprünglichen System angegeben, aber eine Fußnote gemacht welche Note in diesem System die beste, welche die schlechteste und welche die unterste Bestehensnote ist.