Wie übersetzt man Weihnachten?

Snegurotschka, die Begleiterin von Djed Moros kommt nicht zu Weihnachten, sondern an Sylvester
Snegurotschka. Die Begleiterin von Väterchen Frost kommt zu Sylvester, nicht zu Weihnachten. Bild: Pixabay

In Russland wird nicht an Weihnachten, sondern an Sylvester groß gefeiert. Und zwar richtig groß, als würde man unser Weihnachtsfest und Sylvester zusammenlegen. Mit Festessen, Tannenbaum, Geschenken und Feuerwerk. Djed Moros und seine Begleiterin Snegurotschka, im Deutschen oft Väterchen Frost und Schneeflöckchen genannt, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Aber wo genau gibt es da jetzt Übersetzungsprobleme?

Weihnachten in Russland und Deutschland: Die Zeiträume und Daten

Da fängt es schon an. Wenn ein*e Deutsche*r „Frohe Weihnachten“ wünscht, meint er/sie selbstverständlich die Weihnachtstage vom 24.12. bis zum 26.12.. In Russland, wo sich die orthodoxen Feste nach dem julianischen Kalender richten, ist Weihnachten (рождество/roschdestwo) am 7.1.. Man wünscht sich in Russland also Anfang Januar frohe Weihnachten. Genauso gehen auch die Weihnachtsmärkte, die in Deutschland ja spätestens Ende Dezember schließen, in Russland bis Mitte Januar. Auch der Advent (предрождественское время/predroschdestwenskoje wremja) ist in Russland natürlich nicht am 24.12. zuende, sondern am 7.1..

Zum Glück sind sich aber alle einig, dass am Ende des Jahres gefeiert wird. Wobei man sich in Russland gerne schon am 31.12. ein frohes neues Jahr (с новым годом/s nowym godom) wünscht, was wir Deutschen ja erst am 1.1. tun. Unser Sylvester ist also im Russischen schon das russische Neujahr. Vor Sylvester sagt man auch с наступающим новым годом/s nastupajuschtschim nowym godom, was mehr dem Deutschen „Guten Rutsch“ entspricht.

Was macht der Übersetzer daraus?

Gerade in Filmen wird das russische новый год/Sylvester oft einfach mit Weihnachten übersetzt. Wir verbinden eben das, was die Russen mit Sylvester verbinden, mit Weihnachten. So findet man sich in der Handlung gleich wieder, denn für lange Erklärungen zum kulturellen Hintergrund gibt es im Film meist keine Möglichkeit.

Bei Texten rund um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel sieht es anders aus. Hier muss man etwas genauer sein und sollte nowyj god wirklich als Sylvester und die nowogodnjaja notsch als Sylvesternacht übersetzen, damit klar ist, welcher Tag genau gemeint ist. Eventuell muss man eben erklären, dass Sylvester in Russland wesentlich größer gefeiert wird als in Deutschland.

Auch wenn in russischen Texten von рождество die Rede ist, kann man es ins Deutsche in der Regel nicht einfach als Weihnachten übersetzen. Man muss ergänzen, dass es das orthodoxe Weihnachten am 7.1. ist.

Letztendlich hängt es aber vom jeweiligen Film oder Text und der Zielgruppe ab, was der Übersetzer wirklich daraus macht. Die Übersetzung hängt, wie so oft, vom Kontext ab und kann nicht pauschalisiert werden.

Das Wichtigste zum Schluss:

Das Wichtigste ist doch, dass alle mit Geschenken und einem Tannenbaum feiern, egal an welchem Tag! Jeder kennt das schöne Gefühl, als Kind den Tannenbaum zu schmücken und sehnsüchtig auf die Bescherung zu warten, egal wer die Geschenke bringt. Jeder sitzt gerne mit der Familie um den geschmückten Baum und genießt Süßigkeiten und Festessen.

In diesem Sinne: Allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr!

Djed Moros mit Samowar und Suschki (Kringelgebäck)
Djed Moros, Bild von Pixabay

Meine erste Russlandreise

Wenn man eine Sprache studiert, lassen die Auslandsaufenthalte (im Idealfall ein ganzes Semester) nicht auf sich warten. Meine erste Russlandreise habe ich schon als Schülerin gemacht, ein Austauschprogramm führte mich nach Jaroslawl.

Jaroslawl gehört übrigens zu den historischen Städten im „Goldenen Ring“ um Moskau. Es hat einen wunderschönen Kreml und ist absolut eine Reise wert!

Ich in Jaroslawl
Ich in Jaroslawl

Schon als Schülerin: Jaroslawl

Ich hatte das Glück, auf eine Europaschule gehen zu können. Dort legte man viel Wert auf Fremsprachen und Schüleraustauschprogramme. Da der Direktor ein Russlandfan und auch mit einer Russin verheiratet war, wurde auch Russisch angeboten und es gab einen Russlandaustausch. Und so kam ich als Elftklässlerin nach Jaroslawl, denn dort hatten wir eine Partnerschule.

Erste Eindrücke von Russland

Gleich beim Ankommen war ich absolut geflasht. Überall russische Buchstaben! Die konnte ich dank Unterricht zwar schon gut lesen, aber natürlich noch längst nicht alle Worte verstehen. Logisch fiel uns auch gleich auf, dass die Straßen und Autos in einem schlechteren Zustand und schmutziger waren, als bei uns. Das hatte man irgendwie ja auch erwartet. Aber das hat mich nicht gestört.

Wir kamen in Jaroslawl ziemlich spät an, es war also schon dunkel, als wir unsere Gastfamilien kennen lernten und man konnte fast nichts sehen. Ich ging halt mal dem Mädchen nach, das sich gleich als erstes meinen Koffer geschnappt hatte. Aber es stellte sich heraus, dass das völlig in Ordnung war: Ich hatte eine absolut freundliche und nette Gastfamilie erwischt.

Gleich am ersten Abend kamen auch Klassenkameraden meiner Gastschwester und wollten mit uns spazieren gehen 🙂 So spät durften wir dann nicht mehr raus, aber dafür haben wir uns danach fast jeden Tag gesehen.

Die legendäre russische Gastfreundschaft

Die russische Gastfreundschaft lernte ich auch gleich kennen, denn meine Gastschwester überließ mir ihr Zimmer und schlief im Wohnzimmer auf der Couch. Ein weiterer Ausdruck der legendären Gastfreundschaft war, dass ich bei allen Ausflügen unglaublich viel Essen mitbekam. Bei meiner Gastmutter war es irgendwie auch extrem… Ich hatte gefühlt meistens doppelt soviel Essen dabei wie meine Mitschüler.

Wir waren an einem Nachmittag auch auf der Datscha einer anderen Gastfamilie. Es wurden also Schaschliki auf einem Mangal gegrillt und genau so wie man es sich vorstellt bog sich am Ende der Tisch vor Essen 🙂 Für mich war aber auch die Bauweise der Datscha äußerst interessant. Das Zentrum war definitiv der Kachelofen. Die Räume waren praktisch um den Kachelofen herum gebaut, sodass die Wärme gleichmäßig in jeden Raum verteilt wurde.

Was mich sonst noch beeindruckt hat

In Russland ist vieles anders als bei uns, auch die Sichtweise auf Politik und Bildung ist anders. Ich bemerkte das daran, dass wir ein straffes und äußerst abwechslungsreiches Kulturprogramm mitgeliefert bekamen. Wir besuchten sehr viele Kirchen und Klöster (nicht vergessen: Da braucht man ein Kopftuch als Frau! In manchen muss man sogar einen langen Rock tragen. Wenn man so etwas nicht dabei hat, kann man es in vielen Klöstern aber auch ausleihen.)

Außerdem wurden wir im Stadtparlament begrüßt und bekamen einen Einblick in die Kommunalpolitik und die Jugendarbeit dort. Wir besuchten ein „Schöpferhaus“, in dem Kinder und Jugendliche kostenlos Kurse besuchen und zum Beispiel Tanzen oder ein Musikinstrument spielen lernen konnten.

Schnell war mir klar: Als Deutsche gehen wir eher ungern in die Schule oder wollen Kulturstätten oder Museen besuchen und Vorträge hören. Nicht so die Russen! In Russland wird auf Bildung und Kultur wirklich viel Wert gelegt, und wenn man als Gast dorthin kommt, dann ist es genau das, was die Gastgeber einem bieten möchten.

Wohnen und Leben in Jaroslawl

Wohnen in Russland war auch anders, als ich das gewohnt war. Familien wohnen meist in Plattenbauten und man fährt am Wochenende auf seine Datscha, um Natur und Garten zu genießen. Die berühmten „Typenwohnungen“, die in gleich aussehenden Plattenbauten immer gleich aufgebaut sind, sind ein Klischee, das sich aus der Sowjetunion bis heute durchzieht. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass man in der Regel drei Türen aufschließen muss, bis man in der Wohnung drin ist. Die Häuser haben normalerweise elektronische Schlösser, die man entweder mit einem Code oder einem elektronischen Schlüssel öffnet. Die Wohnungen selbst haben dann auch noch einmal zwei Türen. Bei meiner Gastfamilie war es eine Tür für zwei benachbarte Wohnungen, die man mit einem schweren Schlüssel aufsperren musste, und dann noch die jeweiligen Wohnungstüren.

Für uns klingt Plattenbau erst einmal trist. Aber das ist es absolut nicht! Die Wohnungen sahen normal aus, so wie wir das kennen. Jede Wohnung hatte auch einen großen Balkon. Und es gab vor jedem Gebäudekomplex einen Spielplatz.

Ansonsten spürte man einfach, dass vieles sich damals, im Jahr 2001, noch immer im Aufbau nach dem Zerfall der Sowjetunion befand. Viele der Kirchen, die wir besucht haben, waren zerstört und wurden renoviert. Es gab viel Kriminalität, sodass der, der ein Auto hatte, es lieber in einer bewachten Tiefgarage unterstellte. Sowieso waren der Straßenverkehr und die Autos sehr beeindruckend für mich 🙂 Man musste sich auf der Rücksitzbank nicht anschnallen. Oftmals gab es dort gar keine Sicherheitsgurte. Und man sah (und roch) noch viele alte Moskwitschs und Schigulis fahren, für uns absolut kultig und witzig! Und fast schon ein kleines Abenteuer, dort mitzufahren.

Kommunikation in einem fremden Land

Da mein Russisch (und auch das der anderen deutschen Austauschschüler) sich noch auf die Grundlagen beschränkte, lief die Kommunikation mit den russischen Austauschschülern generell auf Englisch.

Ich merkte auch recht schnell, dass man für Kommunikation nicht unbedingt Sprache braucht. Außer meiner Gastschwester konnte niemand in meiner Austauschfamilie Englisch. Mit meiner Gastmutter und dem fünfjährigen Bruder meiner Gastschwester musste es deshalb mit Händen und Füßen gehen. Spielen mit dem Kleinen war toll, denn um sich einen Ball zuzuwerfen oder Grimassen zu schneiden braucht man nicht unbedingt Worte. Mit meiner Gastmutter hatte ich schnell ein gutes Repertoire an Gesten und Zeichen sowie internationalen Ausdrücken und zwei-drei Brocken Englisch. Ein großes Problem war die Verständigung im Alltag deshalb gar nicht. Und natürlich habe ich sprachlich auch unglaublich viel gewonnen, denn die Gesten wurden ja immer auch mit den passenden russischen Sätzen ergänzt. Ob das vielleicht die Mama-skills sind, die man einfach beherrscht, wenn man zwei Kindern Sprechen beigebracht hat? Jedenfalls hat es sehr gut funktioniert.

„Ich komme wieder!“

Nach diesem Schüleraustausch war mir ziemlich klar, dass ich weiter Russisch lernen und diese Sprache einmal studieren wollte. Ich hatte mich in Land und Leute einfach verliebt! In einer Gastfamilie zu leben ist einfach die beste Möglichkeit, Land und Leute kennen zu lernen. Und natürlich kam ich auch zurück nach Russland, wenn auch bisher nicht nach Jaroslawl.

Piroshki

Piroshki (Russisch: Пирошки, Einzahl: Пирожок) sind russische Teigtaschen. Meist bekommt man sie mit Fleischfüllung, mit Kartoffeln oder Kraut sind sie aber auch zu haben. Außerdem sind sie auch Gegenstand in manchen russischen Märchen, zum Beispiel in der traditionellen Version von Masha i medved.

Piroshki, die traditionellen russischen Teigtaschen

Piroshki schmecken warm und kalt! Man kann sie problemlos ca. 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren und sie sind super zum Mitnehmen geeignet.

Rezept für Piroshki:

Oftmals macht man Piroschki mit Hefeteig, aber ich habe heute mal ein Rezept mit Quarkteig ausprobiert:

Für den Teig:

  • 3 Eier
  • Zucker, Salz
  • 100 ml Schlagsahne
  • 500 g Magerquark
  • 2 Pck. Backpulver
  • 1 Messerspitze Natron
  • ca. 650 g Mehl

Am besten zuerst die Eier mit Zucker und Salz sowie der Sahne verrühren und dann den Quark dazugeben. Danach am besten mit einem Sieb Mehl, Backpulver und Natron dazugeben und zu einem Teig verkneten. Sollte er zu weich sein, noch etwas Mehl dazugeben. Den Teig vor dem Verarbeiten ca. eine Stunde ruhen lassen.

Die Füllung:

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, sie zu füllen. Hier drei Vorschläge:

  • Hackfleisch (Fleisch mit angebratenen Zwiebeln mischen, mit Salz und Pfeffer würzen)
  • Kartoffeln (Kartoffelbrei mit Salz und Pfeffer sowie nach Wunsch mit Kräutern mischen)
  • Eier (kleingeschnittene hart gekochte Eier mit Salz und Pfeffer und nach Wunsch mit Kräutern würzen)

Teigtaschen machen:

Den Teig zuerst ausrollen. Beim Bearbeiten des Teiges darauf achten, Arbeitsfläche und Hände gut zu bemehlen, da er leicht kleben kann. Aus dem Teig dann Kreise (10-15 cm Durchmesser) ausstechen. Etwas von der Füllung in die Mitte der Kreise legen und den Teig zusammenklappen, sodass eine Teigtasche entsteht. Den Rand dabei so zusammendrücken, dass kein Loch bleibt. Alternativ kann man natürlich auch einen Teigtaschenformer in der entsprechenden Größe benutzen.

Vor allem mit der Fleischfüllung sollten die Teigtaschen ca. 1 Stunde bei 180° im Ofen bleiben. Wenn sie zu dunkel werden, die Temperatur reduzieren.

Was das richtige Verhältnis von Fleisch zu Füllung angeht, gilt: Einfach ausprobieren! Es passt sowieso nie perfekt, da es ja von der Größe der Taschen und davon, wie geizig oder verschwenderisch man mit der Füllung ist, abhängt.

Mein Tipp damit kein Teig übgigbleibt: Ein paar hartgekochte Eier auf Vorrat im Haus haben, die kann man spontan zu Füllung verarbeiten.

Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

Michail Lomonossow – Pionier und Universalgelehrter

Lomonossow - ein russischer Universalgelehrter und berühmter Wissenschaftler. Sprachen Mescheder
Denkmal Lomonossows vor der nach ihm benannten Universität in Moskau

Lomonossows Geschichte ist eine, die vielen Menschen als traumhaft erscheint: Es ist die Geschichte eines Fischersohnes, der zu einem berühmten Wissenschaftler und Universalgelehrten wurde. Er verfasste die erste russische Grammatik, entdeckte den Lomonossow-Effekt und war Mitbegründer der Staatlichen Universität Moskau, die auch nach ihm benannt wurde.

Kindheit und Jugend

Geboren wurde Lomonossow am 8. 11. 1711 (julianischer Kalender)/ 19. 11. 1711 (gegorianischer Kalender). Er kam im Dorf Mischaninskaja in der Oblast Archangelsk zur Welt. Als junger, kräftiger und gelehriger Mann sollte er in die Fußstapfen seines Vaters treten und dessen Fischerboot übernehmen. Lomonossow begann auch bereits früh, seinen Vater bei der Arbeit zu unterstützen und auf dem Boot mitzufahren, sollte aber auch Bildung erhalten, um das Geschäft des Vaters später möglichst gut führen zu können. Unterrichtet wurde er vom Küster der örtlichen Kirche.

Lomonossow war sehr wissbegierig, und ganz entgegen den Hoffnungen seines Vaters wollte er um jeden Preis weiterlernen. 1730 verließ er heimlich seine Familie, um zu Fuß die 1000 km bis Moskau zurückzulegen und dort zu studieren. Er bekam ein mageres Stipendium für die geistliche Akademie, doch bereits vier Jahre später wurde er gemeinsam mit mehreren Kommilitonen an die Akademie der Wissenschaften nach St. Petersburg gesandt.

Lomonossow in Deutschland

Seine Studienaufenthalte in Marburg und Freiberg, durch die Lomonossow bis heute in Deutschland bekannt ist, fanden in den Jahren 1736 bis 1741 statt.

In Marburg studierte Lomonossow Philosophie, Mathematik, Physik und Chemie, unter anderem bei dem berühmten Philosophen Christian Wolff. 1739 ging er nach Freiberg, um dort ein Jahr lang Bergbau und Hüttenwesen zu studieren. Er kehrte dann für ein weiteres Jahr nach Marburg zurück, studierte weiter dort und heiratete. Das Haus, in dem er in der Marburger Oberstadt gelebt hat, kann man noch heute besichtigen.

Wissenschaftliche Arbeit in Russland

1741 kehrte Lomonossow nach St. Petersburg zurück, seine Frau mit dem gemeinsamen Kind folgte zwei Jahre später. In St. Petersburg schrieb er seine Doktorarbeit und unterrichtete in einem von ihm selbst eingerichteten Forschungslabor. Lomonossow beschäftigte sich allerdings nicht nur mit Naturwissenschaft, er war auch ein sehr produktiver Dichter und Literat.

Genau in die Zeit in St. Petersburg fallen Lomonossows größte Leistungen: Er verfasste 1757 die erste russische Grammatik, 1761 beobachtete er während eines Venustransits einen Lichtring um den Planeten (Lomonossow-Effekt) und leitete aus dieser Beobachtung ab, dass die Venus eine Atmosphäre haben müsse. Auch war er einer der Begründer des Gesetzes der Massenerhaltung (Lomonossow-Lavoisier-Gesetz). Die Universität Moskau, die bis heute Lomonossows Namen trägt, wurde 1755 unter seiner Mitwirkung gegründet.

Im April 1765 starb Lomonossow schließlich in St. Petersburg.

Lebenswerk

Lomonossow trieb durch seine herausragende Arbeit die Wissenschaft voran, indem er nicht zuletzt auch den Unterricht reformierte und Russisch als Unterrichtssprache propagierte. Er war der erste russische Wissenschaftler von Weltrang und verbreitete vor allem die Metallurgie, Geologie und Meteorologie in Russland. Vielen gilt er sogar als Begründer der russischen Wissenschaft, denn er lieferte die ersten russischen Arbeiten in vielen Wissenschaftsbereichen. Vor seiner Zeit war Wissenschaft in Russland eher Sache ausländischer Experten.

Bild von yerdna auf Pixabay

Kreml, die russischen Stadtfestungen

Der Pskover Kreml
Der Pskover Kreml

Das Wort Kreml hat gleich drei Bedeutungen. Meist assoziiert man es direkt mit der russischen Regierung, oft hört man Sätze wie „Der Kreml teilt diese Auffassung nicht.“ oder „Der Kreml hat entschieden,…“. Manchmal ist damit aber auch das Kremlgebäude oder vielmehr der Gebäudekomplex in Moskau gemeint.

Die Geschichte

Einem Russlandreisenden oder russlandinteressierten Menschen fällt aber schnell auf, dass es in fast jeder alten russischen Stadt einen Kreml gibt. Eigentlich sind sie einfach so etwas wie eine Stadtfestung oder Stadtburg.

Der Ursprung des Worts selbst ist unklar, es könnte vom griechischen Wort kremnos für ein steiles Ufer stammen. Die Bedeutung könnte aber auch damit zusammenhängen, dass die Festungsmauern ursprünglich aus Baumstämmen gemacht waren, früher bedeutete Kreml auch besonders dichter Wald.

Kreml sind die Zentren alter russischer Städte, die durch Mauern und Befestigungsanlagen geschützt waren. Innerhalb der Mauern befanden sich die wichtigsten Gebäude der Stadt wie zum Beispiel Verwaltungsgebäude und Kirchen, aber auch Munitionslager oder Werkstätten. Die noch erhaltenen Kreml stammen teilweise aus dem 15. Jahrhundert und dienen heute meist als Museum.

Der Moskauer Kreml

Der bekannteste und auch einer der ältesten Kreml ist natürlich der in Moskau. Befestigte Anlagen an dem Ort, an dem er heute steht, gab es vermutlich bereits im 12. Jahrhundert.

Viele Jahrhunderte bestanden die Anlagen aus Holz, daher sind sie in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr erhalten und wurden mehrmals von Feinden niedergebrannt, denn der Moskauer Kreml war bereits im Mittelalter ein wichtiges Machtzentrum. Im 14. Jahrhundert wurde die Bauweise geändert, er wurde unter Fürst Iwan Kalita neu aufgebaut und erhielt so schon fast seine heutige Struktur und als Feuerschutz mit Ton verkleidete Holzmauern, die dann bald nach dem Tod des Fürsten und nachdem sie bei einem Großfeuer doch niedergebrannt waren durch weiße Kalksteinmauern ersetzt wurden.

Ende des 15. Jahrhunderts, unter Fürst Iwan III., nahm der Moskauer Kreml dann die Gestalt an, die wir heute kennen. Die Mauern waren jedoch noch bis ins 19. Jahrhundert weiß angestrichen.

Besonders interessant sind natürlich die Gebäude innerhalb der Mauern.

Die Verwaltungsgebäude, die heute genutzt werden, sind recht neu, der staatliche Palast zum Beispiel wurde 1960 erst erbaut. Der Senatspalast sowie der große Palast stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Das älteste und auch eines der bekanntesten Gebäude ist die Mariä-Entschlafens-Kathedrale oder Uspenskij Sobor, sie wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut. Aus dieser Zeit stammt auch der Facettenpalast, das älteste profane Gebäude Moskaus.

Der große Glockenturm Iwan der Große wurde dann zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut.

Dies ist jedoch nur eine kleine Auswahl der Sehenswürdigkeiten des Kremls. Für einen interessierten Besucher reicht ein Tag fast nicht aus um die vielen Kirchen und Paläste mit ihren wunderschönen Sälen zu besichtigen.

Und in anderen Städten?

Natürlich sind auch die Kreml anderer alter russischer Städte sehenswert. Der in Weliki Nowgorod, der oft auch Detinez genannt wird, ist eine Rundburg aus roten Ziegeln und Kalkstein. Auch er beinhaltet mehrere Kirchen und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Sehr bekannt ist ebenfalls der Kreml von Pskow, der weiße Mauern hat und vermutlich noch älter als der Moskauer Kreml ist.

Ikonen: Viel mehr als Heiligenbildchen

Eine Ikone, wie man sie zuhause in der krasnyj ugol (schönen Ecke) aufgestellt hat

Ikonen sind aus der orthodoxen Kirche nicht wegzudenken und eines der wichtigsten russischen Kulturgüter überhaupt. Auf ihnen sind Heilige, die Jungfrau Maria mit dem Kind, die Dreifaltigkeit, Jesus Christus oder ganze Geschichten aus der Bibel als Bildergeschichten abgebildet.

Was sind Ikonen?

In den meisten Fällen bestehen Ikonen aus mit Eitemperafarben bemaltem Lindenholz. Die Figuren sind immer beschriftet (meist in Altkirchenslawisch), damit der Bezug zu dem jeweiligen Heiligen nicht verloren gehen kann. Ikonen werden in der Orthodoxie verehrt. Sie stellen eine Art Fenster oder Brücke zu dem Glaubensinhalt dar, der abgebildet ist und auf den man sich in seiner Verehrung bezieht. Die Verehrung sieht dabei so aus, dass man sich vor der Ikone bekreuzigt, verneigt und sie küsst. Oft zündet man neben ihr auch Kerzen an.

Neben den großen, historischen oder modernen Ikonen, die man auf den Ikonostasen in den Kirchen finden kann, gibt es auch kleine Ikonen, die jeder kaufen und mit nach hause nehmen kann. In alten russischen Häusern war eine Ecke, die sogenannte „schöne Ecke“ (krasnyj ugol), den Ikonen und damit der Verehrung der Heiligen vorbehalten. Diese Tradition pflegen gläubigen orthodoxen Christen auch heute noch. Meist wählt man die „schöne Ecke“ so, dass man während des Gebets nach Osten blickt.

Die Geschichte

Eine besonders wichtige Rolle in der Orthodoxie spielen natürlich die historischen Ikonen. Die ältesten von ihnen brachte Fürst Wladimir 1., der die Orthodoxie in der Kiewer Rus 988 einführte, aus Byzanz mit. Auch später noch importierte man Ikonen, eine der wichtigsten davon ist die Ikone der Gottesmutter von Wladimir. Sie wurde 1155 in die Stadt Wladimir gebracht, später wurde sie in der Uspenskij-Kathedrale in Moskau ausgestellt. Um sie ranken sich zahlreiche Legenden, heutzutage ist sie russisches Nationalheiligtum und man kann sie in der Museumskirche der Tretjakow-Galerie in Moskau besichtigen.

Die Ikonenmalerei in Russland selbst begann im 12. Jahrhundert in Weliki Nowgorod, auch in Jaroslawl gab es bedeutende Schulen. Vor allen Dingen jedoch sind drei Dörfer, in denen es Ikonenmalereischulen der Altgläubigen gab, wichtige Zentren der russischen Ikonenkunst: Palech, Mstjora und Cholui.

Der wichtigste Ikonenmaler Russlands war Andrej Rubljow. Er lebte von ca. 1360 bis 1430 in Moskau und prägte vor allen Dingen die Darstellung der Dreifaltigkeit auf den russischen Ikonen. Seine bekannteste Dreifaltigkeitsikone ist heute ebenfalls in der Tretjakow-Galerie ausgestellt.

Der Baikal: Einzigartiger Naturraum in Russland

Der Baikal

Der Baikal in Sibirien zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe. Was jedoch macht ihn so besonders?

Der See

Der Baikalsee hat mehrere Rekorde inne. Er ist mit 1642 m. der tiefste und mit einem Alter von 25.000 Jahren auch der älteste Süßwassersee der Erde. Noch dazu beinhaltet er über 23.000 m³ Wasser, was ein Fünftel der Süßwasserreserven der Welt ausmacht. Auch seine Insel- und Halbinsellandschaft ist sehenswert. Wie viele Inseln und Inselchen es genau sind, ist nicht geklärt. Aber es gibt 22 größere Inseln, von denen Olchon am Westufer die größte ist.

Der Name „Baikal“ kommt aus der Burjatischen Sprache, wo der See „Bajgal Nuur“ heißt, was soviel bedeutet wie „reicher See“. Die Burjaten sind ein mongolischer Volksstamm, der ursprünglich in diesem Gebiet gesiedelt hat. Die heutige Republik Burjatien liegt im Südwesten des Sees.

Der Baikal als Reiseziel

Der Baikal ist ein lohnendes Ziel für Touristen, gerade was Umwelttourismus angeht. Die Natur am Baikal ist einmalig, so gibt es dort einige Naturparks und immer wieder Umweltschutzprojekte. Das Wasser ist glasklar und zeichnet sich durch eine sehr gute Wasserqualität aus.

Man sollte wissen, dass die riesige Wassermasse im See auch das Klima beeinflusst. Im Winter ist es dort etwa 10°C wärmer, im Sommer um 10°C kühler als im Umland. Wer angenehmes Badeklima möchte, sollte den Baikal unbedingt im Juli oder August besuchen, die dort die wärmsten Monate sind.

Schutz des Ökosystems

Man muss auch erwähnen, dass die Infrastruktur am Baikal noch immer schlecht entwickelt ist und es dort auch Umweltprobleme gibt. Zwar ist der Baikal alles andere als von Touristen überlaufen, doch das Ökosystem rund um den See ist bedroht. Der Müll, den die Touristen hinterlassen, kann wegen der mangelnden Infrastruktur nur schwer entfernt werden. Die Industrie (vor allen Dingen das Papier- und Zellulosewerk am Südufer) verschmutzt das Wasser. Auch werden an den Zuflüssen mehr und mehr Staudämme gebaut. Gemeinsam mit den geringen Niederschlägen hat dies gerade in den letzten Jahren zu einem gefährlich niedrigen Wasserstand geführt.

Es gibt allerdings auch zahlreiche Initiativen, das Ökosystem rund um den See zu schützen, denn es ist einzigartig und absolut schützenswert. Dadurch, dass der See so alt ist, haben sich dort viele Tier- und Pflanzenarten entwickelt, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Zu ihnen zählen zum Beispiel die einzige ausschließlich in Süßwasser lebende Robbenart, die Baikalrobbe, sowie die Fischarten Omul und Golumjanka. Wobei die Golumjanka von allen Süßwasserfischen in den größten Wassertiefen lebt. Alles in Allem leben am Baikal ungefähr 1500 solcher endemischer Tierarten.

(Foto: Bild von jacqueline macou auf Pixabay)

Die Basiliuskathedrale

Die Basiliuskathedrale

Wie kein anderes Bauwerk ist sie zum Symbol für Moskau und Russland selbst geworden: die Basiliuskathedrale. Sie befindet sich direkt neben dem Kreml am Roten Platz, ist sicherlich eines der beliebtesten Fotomotive in Moskau und gehört zum UNESCO-Welterbe.

Eigentlich heißt sie aber gar nicht Basiliuskathedrale. Offiziell heißt sie Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kathedrale am Graben.

Geschichte der Basiliuskathedrale

Ursprünglich stand dort, wo die Basiliuskathedrale jetzt steht, die aus Holz gebaute Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit. Sie wurde 1552 im Auftrag Iwan des Schrecklichen als Denkmal für den Sieg der russischen Armee über die Tataren in Kasan errichtet. Da dieser Sieg über die Tataren eben am Tag des Orthodoxen Festes Mariä Schutz und Fürbitte stattfand, wurde die 1558 erbaute, steinerne Kathedrale offiziell nach diesem Feiertag benannt. Basiliuskathedrale nennt man sie im Volksmund, weil sie über dem Grab Basilius des Seligen errichtet wurde.

Der Architekt der Kathedrale war vermutlich Postnik Jakowlew aus Pskow. Ob noch ein weiterer Architekt namens Barma daran beteiligt war oder ob dies gar nur der Spitzname von Postnik Jakowlew war, ist ungeklärt.

Architektur und Baustil

Was den Architekturstil der Kathedrale betrifft, so vereinigt sie sowohl russische als auch europäische Elemente in sich. Im Ganzen besteht sie aus neun Kirchen, von denen jede eine eigene Kuppel hat. Im Zentrum befindet sich die eigentliche Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche mit der goldenen Kuppel. Quadratisch um sie herum sind acht weitere Kirchen angeordnet, die für die acht wichtigsten Schlachten um Kasan stehen.

Die Kathedrale besteht aus zwei Etagen. In der unteren liegt das Grab von Basilius dem Seligen und die Basiliuskapelle darüber. In der oberen Etage befinden sich die neun Kirchen mit ihren Kuppeln.

Natürlich wurde die Kirche, die im Unterschied zu den meisten anderen orthodoxen Kirchen nicht weiß bemalt ist, über die Jahrhunderte mehrmals renoviert und verändert. Denn zu Beginn war sie weiß bemalt und alle Kuppeln waren golden, wie bei den meisten orthodoxen Kirchen.

Als Reiseziel:

Ein Tipp für besondere Fotos der Kathedrale: Sie steht schräg zum roten Platz und sieht daher auf den meisten Fotos, die den Blick vom Roten Platz aus einfangen, asymmetrisch und chaotisch aus. Dies ist zwar auch der bekannteste Blickwinkel auf die Kathedrale, wenn man sie jedoch von Westen, mit der Kremlmauer im Rücken, fotografiert, kommt ihre Symmetrie erst heraus.

Gottesdienste finden in der Basiliuskathedrale übrigens nicht statt, sie ist Teil des Staatlichen Museums für Geschichte und man kann sie besichtigen.

Der berühmteste russische Zar und die deutsche Sprache

Foto: Pixabay

Der berühmteste russische Zar und gleichzeitig erste Kaiser des russischen Reiches war natürlich Peter der Große. Er hieß mit vollem Namen Pjotr Alexejewitsch Romanow, kam am 30. 6. 1672 im Moskauer Kreml zur Welt und starb am 28. 1. 1725 in Sankt Petersburg.

Bekannt wurde Peter der Große vor allem durch seine Politik der Reformen und Neuerungen. Er unterstützte das Unternehmertum und reformierte Militär und Schulwesen. Er führte Senat und Kollegien in der Staatsverwaltung ein, gründete staatliche Schulen und brachte die Russische Akademie der Wissenschaften auf den Weg. Vor allen Dingen war ihm wichtig, Russland nach Europa zu öffnen, von den Europäern zu lernen und auch das Leben in Russland dem europäischen Lebensstil anzunähern.

Eine der wichtigsten Leistungen Peters des Großen, die wir noch heute vor Augen haben, ist natürlich die Gründung St. Petersburgs, das von 1712 bis 1918 die russische Hauptstadt war.

Gerade die Sprachförderung war für Peter den Großen wichtig, er wollte die Literatursprache vorantreiben und den Fremdsprachenunterricht fördern.

Doch welchen Bezug hatte Peter der Große zur deutschen Sprache?

Er war ein großer Freund Deutschlands und der deutschen Handwerkskunst. Es gab bereits während Peters Jugend deutsche Handwerker, Ärzte und Angehörige weiterer Berufsgruppen in einer speziellen Siedlung bei Moskau, der Nemjezkaja sloboda. Deutsche heißen auf Russisch noch heute „nemzy“ und die deutsche Sprache „nemjezki“. Diese Bezeichnung kommt vom russischen Wort für „Stumm“. In diesen Siedlungen lebten nicht nur Deutsche, sondern auch Angehörige anderer Nationalitäten, die die russische Sprache nicht beherrschten. Daher wurden sie von der Bevölkerung nur „die Stummen“ genannt. Und diese Bezeichnung ist eben bis heute an den Deutschen haften geblieben.

Peter der Große war jedenfalls als Jugendlicher so begeistert vom Können und Wissen der Deutschen, dass er sich gern mit ihnen umgab und von ihnen lernte, unter Anderem auch die deutsche Sprache. Er nahm sogar inkognito an der Großen Gesandtschaft, die aus ihm und drei Botschaftern bestand, teil und reiste unter anderem nach Deutschland und Holland, um dort den Schiffsbau zu erlernen.

Dieses Interesse des Zaren an Deutschland und der deutschen Sprache ist natürlich nicht spurlos an der russischen Sprache vorübergegangen. Im 18. Jahrhundert kamen daher ungefähr 8500 deutsche Lehnworte in die russische Sprache! Vor allen Dingen waren es natürlich Begriffe für die Neuerungen in Verwaltung, Militär und Technik, die man einfach aus dem Deutschen übernahm.

Zwar haben sich viele der Entlehnungen aus der Zeit Peters des Großen nicht bis heute durchgesetzt und es kamen danach noch einige neue hinzu, doch es steckt bis heute viel Deutsches im Russischen. Das bemerkt man spätestens, wenn man beim Russlandaustausch von seiner Gastfamilie ein „Buterbrod“ angeboten bekommt und mit dem Auto am „Schlagbaum“ anhalten muss, wenn man zum Friseur geht, der „Parikmacher“ (Perückenmacher) heißt oder es zu Sylvester „Feierwerk“ gibt.

Eulen nach Athen tragen. Oder: Mit seinem Samowar nach Tula fahren.

Nach den Matrjoschkas ist der Samowar sozusagen das zweitbeliebteste russische Souvenir, und niemand kann sich eine traditionelle russische Teerunde ohne Samowar vorstellen. Das Wort Samowar setzt sich aus den beiden russischen Worten samo (selbst) und warit (kocht) zusammen, wörtlich übersetzt ist der Samowar also ein „Selbst-Kocher“.

Sprichwörtlich für die traditionelle russische Teemaschine steht die Stadt Tula. Statt „Eulen nach Athen tragen“ sagt man auf russisch: Mit seinem Samowar nach Tula fahren (ездить в Тулу со своим самоваром). In Tula wurden wohl im Jahre 1778 die ersten Samoware Russlands hergestellt, und zwar von den Brüdern Iwan und Nasar Lisizyn. Das Geschäft florierte, und schon wenige Jahre darauf eröffneten in Tula immer mehr Samowar-Werkstätten, berühmt sind unter Anderem die Fabriken von Morosow und Popow. Tula ist daher bis heute die Hauptstadt der Samoware. Im dortigen Samowar-Museum kann man besonders ausgefallene und wertvolle Exemplare bestaunen.

Ursprünglich beheizte man Samoware mit Holzkohle oder Petroleum, heutzutage gibt es fast nur noch elektrische Modelle. Mit dem entsprechenden Brennstoff oder Heizelement wird im Kessel des Samowar Wasser erhitzt, das man mit Hilfe eines Hahns ablassen und dazu nutzen kann, Tee zuzubereiten. Dazu setzt man eine Kanne mit sehr starkem, konzentriertem Schwarztee, der als Grundlage dient, auf den Samowar. Dieses „Teekonzentrat“ wird dann mit dem heißen Wasser aus dem Kessel vermischt und getrunken. So kann bei einer echt russischen Teerunde jeder den Tee in genau der Stärke mischen, die er bevorzugt.