SEO und Übersetzung

SEO und Übersetzung
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SEO oder Suchmaschinenoptimierung ist heutzutage nicht mehr wegzudenken, wenn man sein Unternehmen erfolgreich im Internet präsentieren möchte. Auch bei der Übersetzung der Firmenhomepage ist sie deshalb ein wichtiges Thema.

SEO: Was war das nochmal?

SEO (Search Engine Optimisation) ist der Oberbegriff für alles, was Ihre Internetseite möglichst auf den vordersten Plätzen bei Google erscheinen lässt. Das beginnt schon bei der Strukturierung der Texte. Diese sollten zum Beispiel nicht zu kurz und nicht zu lang sein und mit Zwischenüberschriften und Absätzen ausgestattet sein. Sie sollten Bilder enthalten, zu denen auch eine Bildunterschrift und ein Alt-Text (der zum Beispiel von einer Sprachausgabe statt Bild vorgelesen wird) gehört. Auch eine Meta-Description, die Google als Vorschau in den Suchergebnissen anzeigt, gehört dazu. Mittlerweile ist auch der Inhalt wichtig. Der Text sollte einen guten Informationsgehalt haben und wohldosiert an den richtigen stellen die richtigen Keywords enthalten. Auch die Struktur der Homepage selbst mit internen Verlinkungen gibt bei Google Pluspunkte. Noch mehr Pluspunkte gibt es, wenn die Verlinkungen gut angebracht sind und Ihre Homepage auch auf anderen Seiten verlinkt wurde.

Die Keywords

Hier fängt es an, interessant für die Übersetzung zu werden: Keywords sind Begriffe, mit denen Ihre Webpage auf Google gefunden wird, wenn man sie als Suchbegriffe eingibt. Es gibt verschiedene Tools, mit denen man die besten Keywords herausfinden kann. Um die besten Keywords zu finden, muss man vor allem das Suchvolumen (wie oft wird nach dem Keyword gesucht) und die Keyword Difficulty (wie hoch ist die Konkurrenz zu anderen Seiten) beachten. Hier gilt es, die richtige Balance zu finden: Ist das Suchvolumen sehr hoch, können mit dem Keyword viele User auf Ihre Homepage stoßen. Aber dafür ist dann meist auch der Wettbewerb mit anderen Seiten höher und die Chance, auf der ersten Seite der Suchergebnisse zu landen, geringer.

Optimal ist es deshalb, für die Website eine gute Auswahl aus kurzen Keywords mit hohem Suchvolumen und eventuell längeren, spezialisierteren Keywords mit geringer difficulty zu treffen und diese geschickt einzustreuen. Sie gehören zum Beispiel in die Überschrift und in die ersten 100 Worte des Textes sowie die ersten Zwischenüberschriften. Man sollte niemals den Text auf Kosten des Inhalts mit Keywords überfrachten! Das nennt sich nämlich Keyword Stuffing und gibt ordentlich Punktabzug bei Google.

Vorbereitungen für die SEO-Übersetzung

Wenn sie Ihre Homepage übersetzen lassen möchten und weiterhin gute Ergebnisse damit erzielen möchten (und das möchten Sie sicherlich, sonst könnten Sie sich die Übersetzung ja sparen) sollten Sie zunächst die Homepage in der Ausgangssprache überarbeiten: Ist sie gut optimiert und auf dem neuesten Stand? Hat sie eine gute Performance auf Google? Wenn ja, kann es weitergehen.

Als nächstes recherchieren Sie mit Hilfe eines entsprechenden Tools die Keywords in der Zielsprache. Lassen Sie sich dabei bestenfalls schon vom/von der Übersetzer/in Ihrer Wahl beraten und stimmen Sie die Keyword-Liste mit ihm/ihr ab. Beachten Sie dabei, dass Keywords für jedes Land eine andere Performance erzielen, auch wenn die Sprache dieselbe ist! Orientieren sie sich immer an den Ergebnissen für das Land, in dem Sie Ihre Kunden ansprechen möchten.

Außerdem kann es gerade bei englischsprachigen Keywords auch zu Missverständnissen bei den Usern kommen… Auch wenn England, Amerika und Australien englischsprachig sind, haben nicht alle Wörter in diesen Ländern dieselbe Bedeutung. In der Regel wird ein- und dasselbe Wort in den verschiedenen Ländern auch unterschiedlich (oft) gebraucht oder ruft zumindest unterschiedliche Assoziationen hervor, was für eine Website schon wichtig sein kann.

Wenn die Keywords dann aber erstmal gefunden sind, kann es mit der Übersetzung losgehen.

Es geht los!

Jetzt kann die eigentliche Übersetzungsarbeit anfangen. Hierbei bitte beachten: Man muss die Sätze in der Zielsprache natürlich etwas umstellen und dem Sprachgebrauch anpassen, das ist klar. Aber die Keywords müssen zumindest ungefähr an der Stelle eingebracht werden, an denen sie auch im Ausgangstext zu finden sind. Und auch wenn es manchmal wehtut: Grammatikalische Form und Wortart darf man dabei keinesfalls verändern. Nur die Keywords in der Liste, Buchstabe für Buchstabe, bringen die gewünschte Performance auf Google! Ein bisschen ist es eine Gratwanderung zwischen dem richtigen Einstreuen der Keywords und dem sprachlich schönen Übersetzen.

Was man auch bei der Übersetzung nicht vergessen darf: Nicht nur die Texte selbst, sondern auch die Nebentexte wie Alt-Texte von Bildern und die Meta Description müssen mitübersetzt werden. Und auch sie müssen die Keywords enthalten!

Fazit

Suchmaschinenoptimierung ist schon eine Herausforderung für sich und man ist an relativ feste Strukturen gebunden. Aber wenn die richtigen Keywords erstmal gefunden sind, kann man die Performance der Website letztendlich nur verbessern. Für die Übersetzung lohnt es sich definitiv, einen Profi zu beauftragen, der sich mit SEO auch auskennt. Nur dann wird die Website in der Fremdsprache ebenso gut gefunden, wie in der Ausgangssprache.

Sprachunterricht Online: Grenzen und Chancen

In Corona-Zeiten ist die Technik unser Freund und Helfer: Wir können über soziale Medien kommunizieren, im Homeoffice arbeiten, die Meetings durch Videokonferenzen ersetzen sowie Fortbildungen als Webinare machen. Auch der Schulunterricht läuft in Pandemie-Zeiten zumindest teilweise digital. Aber sind Videokonferenzen wirklich ein Ersatz für Präsenzunterricht? Welche Chancen bieten sie und was können sie nicht bieten? Und worauf sollte man achten, wenn man digitalen Sprachunterricht wählt?

Sprachunterricht online
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Was kann Präsenzunterricht besser?

Im Präsenzunterricht hat der Lehrer den direkten Kontakt zu den Schülern. Das heißt er kann auch direkt korrigieren, was sie geschrieben haben und zum Beispiel Hausaufgaben einsammeln. Die Kommunikation ist etwas effizienter als bei Videotelefonie. Statt lange zu erklären, welches Arbeitsblatt als nächstes bearbeitet werden soll, kann man es einfach zeigen oder direkt austeilen. Auch kann man im Präsenzunterricht in der Regel gut mit Tafelbildern oder Flipcharts arbeiten (wobei man hierfür mit dem entsprechenden Tool oder Setting im Unterrichtsraum auch gute Lösungen für die Videotelefonie finden kann).

Außerdem kann man bei Präsenzunterricht alle Möglichkeiten der Körpersprache und nonverbalen Kommunikation nutzen, man ist eben einfach direkt beim Schüler. So kann man auch interessante Anschauungsmaterialien mitbringen und dem Schüler direkt in die Hand drücken. Bei Videotelefonie fallen diese Möglichkeiten weg. Außerdem ist man von der Technik abhängig: Die Bild- oder Tonqualität kann sich nachteilig auswirken und wenn es Störungen im Netz oder Probleme mit einem Gerät gibt, kann das schlimmstenfalls die Stunde sprengen.

Was kann Online-Unterricht besser?

Aber auch Präsenzunterricht hat Nachteile. Man hat einen Anfahrtsweg und ist von Verkehr und Parkplatzsituation abhängig. Hat man den Sprachunterricht online, kann man es sich Zuhause in seinem Sessel oder Bürostuhl bequem machen. Wenn man selbst oder der Lehrer auf Reisen ist, muss Präsenzunterricht ausfallen. Online-Stunden kann man mit einem Smartphone von überallher nehmen. Wenn man Kinder hat, braucht man bei Online-Unterricht eventuell nicht extra für Betreuung zu sorgen, sofern die Kleinen nicht allzu sehr stören. Und jetzt in Corona-Zeiten ist der Online-Unterricht eben auch einfach sicherer. Im Präsenzunterricht immer auf den richtigen Abstand achten zu müssen und Masken tragen zu müssen ist gerade bei Sprachunterricht wirklich schwierig, weil man durch die Maske das Gesagte schlechter verstehen kann und die Mundbewegungen des Lehrers nicht sieht. Und wie soll man mit Maske die Aussprache trainieren? Auch Methoden wie Gruppen- oder Partnerarbeit sind unter Corona-Bedingungen kaum möglich.

Und was ist mit Gruppenunterricht?

Präsenzunterricht in Form von Weiterbildungen oder Volkshochschulkursen ist ja fast immer Gruppenunterricht. So kann man sich die Gebühren für den Kurs auch manchmal aufteilen und es wird für alle billiger.

Wie sieht es da aber mit den Videotelefonie-Tools aus? Es gibt ja die Möglichkeit, dass man eine Konferenzschaltung mit mehreren Teilnehmern macht, wie es zur Zeit viel für Meetings und Webinare genutzt wird. Klar geht das mit dem entsprechenden Tool auch im Online-Unterricht. Man sollte die Gruppen allerdings am besten möglichst klein halten, denn sonst wird das Chaos zu groß und die Konferenzschaltung wird unübersichtlich. Webinare sind ja in der Regel so organisiert, dass vor allem ein Dozent seinen Vortrag hält und man die Möglichkeit hat, Fragen zu stellen. Effektiver Sprachunterricht sollte aber ein Dialog zwischen Lehrern und Schülern sein, und dafür sind die Gruppen in Konferenzschaltungen besser klein.

Eine Alternative ist auch, dass die Teilnehmer sich zuhause vor einem Gerät treffen und nur der Lehrer zugeschaltet wird. Hier sollte man sich ebenfalls auf kleine Gruppen von zwei oder drei Personen beschränken, und die sollten auch die Corona-Maßnamen einhalten bzw. idealerweise gemeinsam in einem Haushalt leben. Dann ist auch Partnerarbeit bzw. Gruppenarbeit möglich.

Was man bei Online-Unterricht beachten sollte:

Sprachunterricht online ist eben einfach anders als Präsenzunterricht und erfordert sowohl von Lehrern und Schülern ein anderes Arbeiten. Der Lehrer muss dem Schüler rechtzeitig die Arbeitsblätter zur Verfügung stellen oder mit einem Buch arbeiten, das der Schüler ohnehin schon besitzt. Der Schüler muss so diszipliniert sein, dass er dem Lehrer Hausaufgaben zuschickt, sie also auch einscannt oder abfotografiert, wenn sie nicht direkt am PC erledigt werden. Die Technik muss dafür auch vorhanden sein und funktionieren.

Mit den heutigen Smartphones ist es aber einfach geworden, Videokonferenzen zu machen und Aufgaben über eine scan-app einzulesen und über eine mail-app oder WhatsApp direkt an den Lehrer zu schicken. Wenn man eine gute (!) Webcam und ein gutes (!) Headset hat sind Bild- und Tonqualität am PC allerdings besser. Außerdem muss das Internet stabil laufen und man sollte über eine ausreichend schnelle Leitung verfügen. Wenn man selbst keinen Drucker hat, muss man Arbeitsblätter bei Freunden oder in einem Copyshop ausdrucken lassen.

Fazit:

Im Online-Unterricht geht nicht alles so, wie im Präsenzunterricht und eine Umstellung ist es in jedem Fall. Dafür muss man aber keine Anfahrtswege in Kauf nehmen, kann den Unterricht gemütlich von Zuhause aus oder Unterwegs genießen und die Stunden so viel flexibler handhaben als bei Präsenzunterricht.

Es lohnt sich daher gerade in Corona-Zeiten, dem Online-Unterricht eine Chance zu geben. Allgemein gilt, dass Unterricht nur effektiv ist, wenn der Lehrer gut ist und gut mit dem Schüler zusammenarbeitet sowie der Schüler gut mitarbeitet. Wenn das gegeben ist, funktioniert Online-Unterricht genauso gut wie Präsenzunterricht, aber man ist dafür sehr viel flexibler.

Tipps für Ihren Firmenkurs in Business English

Firmenkurs im Büro
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Ihr Firmenkurs: Die Planung

Der erste Schritt zur Planung eines Firmenkurses ist ja bereits die Entscheidung, einen Kurs zu organisieren. Dies kann der Fall sein, wenn Sie ein Unternehmen leiten, das international aktiv ist und Sie möchten, dass Ihre Mitarbeiter besser und sicherer mit englischsprachigen Geschäftspartnern und Kunden kommunizieren können.

Das nächste, was Sie sich überlegen sollten, ist die grobe Struktur des Kurses. Wie viele Mitarbeiter sollen ungefähr teilnehmen? Bringen Sie in Erfahrung, wie gut die Idee eines solchen Kurses bei Ihren Mitarbeitern ankommt. Vielleicht stammt die Idee ja sogar von jemandem aus ihrem Team? Erstellen Sie eine vorläufige Teilnehmerliste mit Mitarbeitern, die Interesse an einem solchen Kurs zeigen und für die er auch sinnvoll ist. Bedenken Sie, dass mehr als zehn Teilnehmer in einer Lerngruppe den Lernerfolg verringern werden. Sind es mehr, sollte man die Gruppe besser teilen. Überlegen Sie sich außerdem, in welchen Räumen der Kurs stattfinden könnte. Gerade im Moment muss wegen der Corona-Maßnahmen auch die Möglichkeit gegeben sein, den nötigen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Der zeitliche Rahmen für den Firmenkurs

Der nächste Punkt ist dann, wann der Kurs stattfinden soll. Für den Lernerfolg ist es am besten, wenn er während des Vormittags stattfindet. Die Bereitschaft zur Teilnahme ist größer, wenn der Unterricht ein Teil der Arbeitszeit ist – und nicht zusätzlich zur Arbeit abgeleistet werden muss. Viele CEOs lesen das sicherlich mit Zähneknirschen… Aber schließlich wollen sie ja auch, dass Ihre Investition für den Firmenkurs sich lohnt, oder? Und die Mitarbeiter besuchen den Kurs ja auch für Ihr Unternehmen.

Aus genau demselben Grund sollte der Kurs möglichst nicht in der Urlaubszeit oder zu der Jahreszeit, wenn in Ihrem Unternehmen am meisten Arbeit ansteht, liegen. Am besten findet er dann statt, wenn es saisonbedingt ohnehin gerade weniger zu tun gibt.

Werden Sie sich auch klar darüber, wie viele Stunden pro Woche und wie viele Wochen für den Kurs eingeplant werden können. Mindestens 90 Minuten pro Woche sollten es schon sein, sonst bringt der Kurs nicht viel. Auch sollte der Kurs über mindestens 10 Wochen gehen, damit sich wirklich ein langfristiger Lernerfolg einstellt.

Es kann losgehen!

Sobald all diese Eckpunkte geklärt sind, können Sie sich einen Anbieter für den Kurs aussuchen. Sprachinstitute oder Freiberufler, zu deren Portfolio Firmenkurse gehören, dürfte es in jeder größeren Stadt geben. Wenn Sie ein- oder mehrere Angebote eingeholt haben, kann auch das Budget abgeklärt werden.

Schön ist, wenn Sie mit dem Anbieter eine Probe- oder Kennlernstunde vereinbaren können. In dieser können die Kursteilnehmer die Lehrkraft kennen lernen und eventuell wird ein kleiner Einstufungstest gemacht. In dieser Stunde sollte die Lehrkraft sich ein Bild davon machen können, wie der Kurs weitergehen kann und was die Teilnehmer schon können. Gerade deshalb ist es gut, wenn in dieser ersten Stunde wirklich alle Teilnehmer anwesend sind. Sonst kann ein Kennenlernen ja kaum stattfinden.

Falls Sie die Gruppe aufteilen möchten, sollte das entsprechend der Vorkenntnisse der Teilnehmer geschehen. Je ähnlicher die Sprachkenntnisse der Teilnehmer sind, desto besser funktionieren die Gruppen und desto besser kann die Lehrkraft den Unterricht planen und ie Teilnehmer fördern.

Während des Kurses

Legen Sie nach der ersten Kursstunde mit der Lehrkraft am besten auch Ziele fest. Was wollen Sie für Ihre Mitarbeiter mit dem Firmenkurs erreichen und was kann realistischerweise erreicht werden? Vielleicht kann man auch eine Art Abschlusstest machen, wenn dies von allen gewünscht ist.

Bleiben Sie mit der Lehrkraft und mit den Kursteilnehmern im Gespräch. Fragen Sie regelmäßig nach, wie der Kurs läuft, ob Sie eventuell helfen können, Probleme zu lösen. Erkundigen Sie sich nach dem Lernfortschritt der Teilnehmer und danach, ob die Teilnehmer zufrieden mit dem Unterricht sind. Qualitätskriterien für einen Kurs sind zum Beispiel, dass Schreiben, Sprechen, Hörverstehen und Grammatik gleichermaßen trainiert werden und es viele kommunikative Settings wie Rollenspiele oder Partnerarbeit gibt, wenn dies auch in Zeiten von Corona nur sehr eingeschränkt machbar ist. Wenn nur ein- bis zweimal pro Woche eine Kursstunde stattfindet, sollten die Teilnehmer auch Hausaufgaben machen… Die die Lehrkraft bitte auch einfordert und korrigiert.

CAT-Tools: Des Übersetzers liebste Haustiere

CAT-Tools: Die Werkzeuge eines modernen Übersetzers
CAT-Tools :-). Image by makieni777 from Pixabay

Was ein Katzenfoto mit Übersetzungen zu tun hat?

Insider kennen den Gag: Übersetzungsprogramme, die zum unabdingbaren Handwerkszeug von professionellen Übersetzern gehören, heißen CAT-Tools. CAT steht dabei für Computer Assisted Translation, also computergestützte Übersetzung.

Sind CAT-Tools dasselbe wie Google Translate?

Nein. Tatsächlich kann man bei vielen CAT-Tools Google Translate als Plugin einsetzen, aber grundsätzlich ist ihre Funktionsweise eine ganz andere.

Ein CAT-Tool besteht in erster Linie aus einem TM, also einem Translation Memory. In diesem werden bereits fertiggestellte Übersetzungen abgespeichert. Findet das Programm dann einen gleichen oder ähnlichen Satz wieder, zeigt es die frühere Übersetzung an. Es zeigt auch an, wie stark die Sätze übereinstimmen.

Zum anderen gehören zu einem solchen Programm meist Termbanken. Dabei handelt es sich um Datenbanken, in dernen man Vokabeln nach selbst festgelegten Kriterien organisiert abspeichern kann. Während der Übersetzung erkennen viele CAT-Tools diese Vokabeln im Ausgangstext und zeigen sie gleich an.

Was bringen CAT-Tools?

Sie steigern vor allem bei Übersetzungen mit vielen Wiederholungen, was besonders bei Fachtexten ja durchaus der Fall sein kann, die Effizienz. Sie helfen auch, dafür zu sorgen, dass die Übersetzung konsistent bleibt. Das heißt, sich wiederholende Begriffe werden dank CAT-Tools auch immer gleich übersetzt, was Missverständnissen vorbeugt.

Außerdem verlangen auch Agenturen nicht ohne Grund oft für ihre Projekte die Arbeit mit einem bestimmten CAT-Tool: Sie schicken dem Übersetzer oft ihr Translation Memory mit und bekommen so gemeinsam mit der Übersetzung auch eine Erweiterung ihres Translation Memorys.

Außerdem beinhalten die Programme normalerweise eine Analyse des Textes, die auskunft darüber gibt, wie viele Worte insgesamt der Text enthält, wie viele davon neu übersetzt werden müssen und wie viele Übereinstimmungen es mit dem TM gibt. Anhand dieser Analyse legen die Agenturen und Übersetzer meist das Honorar für die Übersetzung fest.

CAT-Tools enthalten noch dazu normalerweise einen Qualitätscheck, womit man nach bestimmten Kriterien die Qualität der Übersetzung prüfen lassen und verbessern kann. Auch dies verlangen die meisten Agenturen. Unterm Strich: Möchte man Aufträge von Agenturen bekommen, kommt man um CAT-Tools kaum herum.

So arbeitet man mit CAT-Tools

Programme wie Trados oder MemoQ wandeln den Text, den man übersetzen möchte, zuerst in ein zweisprachiges Dateiformat um. Dann kann man noch Translation Memory und Termbank hinzufügen und das Übersetzungsprojekt ist im Prinzip fertig.

Natürlich kann es sein, dass das bereits eine Agentur als Auftraggeber erledigt und das gesamte Projekt schon als Paket an den Übersetzer schickt.

Der Text wird bei der Umwandlung in die zweisprachige Version in Segmente unterteilt, wobei idealerweise ein Satz ein Segment ergibt. Dann muss man „nur noch“ Segment für Segment übersetzen und das Projekt abschließen. Das CAT-Tool erstellt dabei eine zielsprachliche Version im Dateiformat und idealerweise auch in der Formatierung des Ausgangstextes, die man an den Kunden schicken kann.

Was man auch beachten sollte: Für eine wirklich effektive Arbeit und um die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden, sollten sowohl Termbank als auch Translation Memory regelmäßig geprüft und gepflegt werden.

Wie und wo kann man die Programme kennen lernen?

Zum einen werden sie oft schon im Studium als Fach gelehrt, zum Anderen gibt es für Profis auch Fortbildungen vom BDÜ. Natürlich haben auch die Anbieter der Tools ihre Fortbildungen im Programm.

Wer eine kleine Entscheidungshilfe braucht, welches Programm sie/er ausprobieren soll, kann sich gerne hier im Blog einer Übersetzerkollegin Erfahrungsberichte anschauen.

Piroshki

Piroshki (Russisch: Пирошки, Einzahl: Пирожок) sind russische Teigtaschen. Meist bekommt man sie mit Fleischfüllung, mit Kartoffeln oder Kraut sind sie aber auch zu haben. Außerdem sind sie auch Gegenstand in manchen russischen Märchen, zum Beispiel in der traditionellen Version von Masha i medved.

Piroshki, die traditionellen russischen Teigtaschen

Piroshki schmecken warm und kalt! Man kann sie problemlos ca. 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren und sie sind super zum Mitnehmen geeignet.

Rezept für Piroshki:

Oftmals macht man Piroschki mit Hefeteig, aber ich habe heute mal ein Rezept mit Quarkteig ausprobiert:

Für den Teig:

  • 3 Eier
  • Zucker, Salz
  • 100 ml Schlagsahne
  • 500 g Magerquark
  • 2 Pck. Backpulver
  • 1 Messerspitze Natron
  • ca. 650 g Mehl

Am besten zuerst die Eier mit Zucker und Salz sowie der Sahne verrühren und dann den Quark dazugeben. Danach am besten mit einem Sieb Mehl, Backpulver und Natron dazugeben und zu einem Teig verkneten. Sollte er zu weich sein, noch etwas Mehl dazugeben. Den Teig vor dem Verarbeiten ca. eine Stunde ruhen lassen.

Die Füllung:

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, sie zu füllen. Hier drei Vorschläge:

  • Hackfleisch (Fleisch mit angebratenen Zwiebeln mischen, mit Salz und Pfeffer würzen)
  • Kartoffeln (Kartoffelbrei mit Salz und Pfeffer sowie nach Wunsch mit Kräutern mischen)
  • Eier (kleingeschnittene hart gekochte Eier mit Salz und Pfeffer und nach Wunsch mit Kräutern würzen)

Teigtaschen machen:

Den Teig zuerst ausrollen. Beim Bearbeiten des Teiges darauf achten, Arbeitsfläche und Hände gut zu bemehlen, da er leicht kleben kann. Aus dem Teig dann Kreise (10-15 cm Durchmesser) ausstechen. Etwas von der Füllung in die Mitte der Kreise legen und den Teig zusammenklappen, sodass eine Teigtasche entsteht. Den Rand dabei so zusammendrücken, dass kein Loch bleibt. Alternativ kann man natürlich auch einen Teigtaschenformer in der entsprechenden Größe benutzen.

Vor allem mit der Fleischfüllung sollten die Teigtaschen ca. 1 Stunde bei 180° im Ofen bleiben. Wenn sie zu dunkel werden, die Temperatur reduzieren.

Was das richtige Verhältnis von Fleisch zu Füllung angeht, gilt: Einfach ausprobieren! Es passt sowieso nie perfekt, da es ja von der Größe der Taschen und davon, wie geizig oder verschwenderisch man mit der Füllung ist, abhängt.

Mein Tipp damit kein Teig übgigbleibt: Ein paar hartgekochte Eier auf Vorrat im Haus haben, die kann man spontan zu Füllung verarbeiten.

Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

Über das Korrekturlesen

Korrekturlesen mit Rotstift

Fehler – sie passieren jedem

Man kann ein noch so professioneller Übersetzer oder Linguist sein, jedem passieren beim Verfassen von Texten Fehler. Genau darum sollte man seinen Text selbst noch einmal lesen und korrigieren, wenn er fertig ist. Bei Bedarf, wenn es wirklich wichtige Texte sind, die absolut fehlerfrei sein müssen, ist es das beste, wenn noch jemand anderes die Texte korrigiert. Auch ich biete es an.

Welche Arten von Korrekturlesen gibt es?

Zuerst gibt es das einfache Korrekturlesen. Dabei werden normalerweise nur Rechtschreib- und Grammatikfehler korrigiert, bei Übersetzungen auch Übersetzungsfehler oder eventuell kleinere stilistische Fehler.

Dann gibt es noch das Lektorat, was schon eine ausführlichere sprachliche Beratung ist. Hierbei können Texte also durchaus teilweise umgeschrieben werden oder es werden auch dem Verfasser Tipps zur Überarbeitung des Textes gegeben.

Auch maschinelle Übersetzungen zum Beispiel müssen überprüft werden, professionelle Übersetzer übernehmen dann das Post-Editing. Dies kann je nach Sprachenpaar und Schwierigkeitsgrad des Textes durchaus schon fast einer Neuübersetzung entsprechen.

In welchen Fällen sollte man einen Profi korrekturlesen lassen?

Man sollte einen Profi korrekturlesen lassen, wenn es darauf ankommt, dass der Text absolut fehlerfrei ist und wenn man sich selbst unsicher ist. Wenn man also zum Beispiel einen Text in einer Fremdsprache verfasst oder ihn in eine Fremdsprache übersetzt hat. Bei professionellen Übersetzern und bei fast allen Agenturen gilt nicht umsonst das „Muttersprachenprinzip“! Egal wie gut man in einer Fremdsprache ist, nur wenn man wirklich zweisprachig aufgewachsen ist, beherrscht man sie wie seine Muttersprache. Wenn man also zum Beispiel im Ausland studiert und dort wissenschaftliche Arbeiten schreiben muss, sollte man diese korrekturlesen lassen. Auch wenn man Bewerbungsunterlagen in einer Fremdsprache verfassen muss, lohnt es sich eventuell, einen Profi zu beauftragen.

Aber nicht nur dann. Denn:

Es gibt keinen fehlerfreien Text!

In jedem Text, der nicht sorgfältig korrigiert wurde, gibt es Fehler. Es schleichen sich Flüchtigkeits- oder Tippfehler ein, manchmal auch Grammatikfehler. Jeder, der einen Übersetzungsstudiengang hinter sich hat, weiß, dass man auch seine Muttersprache oft erstaunlich schlecht beherrscht. Beim Sprechen oder bei kurzen Textnachrichten fallen Fehler oft nicht auf. Aber wenn es um längere Texte geht und die dann ein Dozent korrigiert, ist man oft erstaunt, wie viel da rot angestrichen ist, obwohl es die eigene Muttersprache ist. Es lohnt sich also auch, einen Korrekturleser für Bewerbungsunterlagen oder Ähnliches zu beauftragen, wenn man es nicht gewohnt ist, Texte zu verfassen. Auch bei Übersetzungsagenturen ist an einem Auftrag normalerweise ein Korrekturleser beteiligt, auch wenn der Übersetzer in seine Mutterprache übersetzt. Das ist das berühmte „Vier-Augen-Prinzip“.

Fehlerhafte Texte machen immer einen schlechten Eindruck! Denken Sie also an das Korrekturlesen, wenn es darauf ankommt, dass Sie mit ihrem Text einen guten Eindruck machen.

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Michail Lomonossow – Pionier und Universalgelehrter

Lomonossow - ein russischer Universalgelehrter und berühmter Wissenschaftler. Sprachen Mescheder
Denkmal Lomonossows vor der nach ihm benannten Universität in Moskau

Lomonossows Geschichte ist eine, die vielen Menschen als traumhaft erscheint: Es ist die Geschichte eines Fischersohnes, der zu einem berühmten Wissenschaftler und Universalgelehrten wurde. Er verfasste die erste russische Grammatik, entdeckte den Lomonossow-Effekt und war Mitbegründer der Staatlichen Universität Moskau, die auch nach ihm benannt wurde.

Kindheit und Jugend

Geboren wurde Lomonossow am 8. 11. 1711 (julianischer Kalender)/ 19. 11. 1711 (gegorianischer Kalender). Er kam im Dorf Mischaninskaja in der Oblast Archangelsk zur Welt. Als junger, kräftiger und gelehriger Mann sollte er in die Fußstapfen seines Vaters treten und dessen Fischerboot übernehmen. Lomonossow begann auch bereits früh, seinen Vater bei der Arbeit zu unterstützen und auf dem Boot mitzufahren, sollte aber auch Bildung erhalten, um das Geschäft des Vaters später möglichst gut führen zu können. Unterrichtet wurde er vom Küster der örtlichen Kirche.

Lomonossow war sehr wissbegierig, und ganz entgegen den Hoffnungen seines Vaters wollte er um jeden Preis weiterlernen. 1730 verließ er heimlich seine Familie, um zu Fuß die 1000 km bis Moskau zurückzulegen und dort zu studieren. Er bekam ein mageres Stipendium für die geistliche Akademie, doch bereits vier Jahre später wurde er gemeinsam mit mehreren Kommilitonen an die Akademie der Wissenschaften nach St. Petersburg gesandt.

Lomonossow in Deutschland

Seine Studienaufenthalte in Marburg und Freiberg, durch die Lomonossow bis heute in Deutschland bekannt ist, fanden in den Jahren 1736 bis 1741 statt.

In Marburg studierte Lomonossow Philosophie, Mathematik, Physik und Chemie, unter anderem bei dem berühmten Philosophen Christian Wolff. 1739 ging er nach Freiberg, um dort ein Jahr lang Bergbau und Hüttenwesen zu studieren. Er kehrte dann für ein weiteres Jahr nach Marburg zurück, studierte weiter dort und heiratete. Das Haus, in dem er in der Marburger Oberstadt gelebt hat, kann man noch heute besichtigen.

Wissenschaftliche Arbeit in Russland

1741 kehrte Lomonossow nach St. Petersburg zurück, seine Frau mit dem gemeinsamen Kind folgte zwei Jahre später. In St. Petersburg schrieb er seine Doktorarbeit und unterrichtete in einem von ihm selbst eingerichteten Forschungslabor. Lomonossow beschäftigte sich allerdings nicht nur mit Naturwissenschaft, er war auch ein sehr produktiver Dichter und Literat.

Genau in die Zeit in St. Petersburg fallen Lomonossows größte Leistungen: Er verfasste 1757 die erste russische Grammatik, 1761 beobachtete er während eines Venustransits einen Lichtring um den Planeten (Lomonossow-Effekt) und leitete aus dieser Beobachtung ab, dass die Venus eine Atmosphäre haben müsse. Auch war er einer der Begründer des Gesetzes der Massenerhaltung (Lomonossow-Lavoisier-Gesetz). Die Universität Moskau, die bis heute Lomonossows Namen trägt, wurde 1755 unter seiner Mitwirkung gegründet.

Im April 1765 starb Lomonossow schließlich in St. Petersburg.

Lebenswerk

Lomonossow trieb durch seine herausragende Arbeit die Wissenschaft voran, indem er nicht zuletzt auch den Unterricht reformierte und Russisch als Unterrichtssprache propagierte. Er war der erste russische Wissenschaftler von Weltrang und verbreitete vor allem die Metallurgie, Geologie und Meteorologie in Russland. Vielen gilt er sogar als Begründer der russischen Wissenschaft, denn er lieferte die ersten russischen Arbeiten in vielen Wissenschaftsbereichen. Vor seiner Zeit war Wissenschaft in Russland eher Sache ausländischer Experten.

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Kreml, die russischen Stadtfestungen

Der Pskover Kreml
Der Pskover Kreml

Das Wort Kreml hat gleich drei Bedeutungen. Meist assoziiert man es direkt mit der russischen Regierung, oft hört man Sätze wie „Der Kreml teilt diese Auffassung nicht.“ oder „Der Kreml hat entschieden,…“. Manchmal ist damit aber auch das Kremlgebäude oder vielmehr der Gebäudekomplex in Moskau gemeint.

Die Geschichte

Einem Russlandreisenden oder russlandinteressierten Menschen fällt aber schnell auf, dass es in fast jeder alten russischen Stadt einen Kreml gibt. Eigentlich sind sie einfach so etwas wie eine Stadtfestung oder Stadtburg.

Der Ursprung des Worts selbst ist unklar, es könnte vom griechischen Wort kremnos für ein steiles Ufer stammen. Die Bedeutung könnte aber auch damit zusammenhängen, dass die Festungsmauern ursprünglich aus Baumstämmen gemacht waren, früher bedeutete Kreml auch besonders dichter Wald.

Kreml sind die Zentren alter russischer Städte, die durch Mauern und Befestigungsanlagen geschützt waren. Innerhalb der Mauern befanden sich die wichtigsten Gebäude der Stadt wie zum Beispiel Verwaltungsgebäude und Kirchen, aber auch Munitionslager oder Werkstätten. Die noch erhaltenen Kreml stammen teilweise aus dem 15. Jahrhundert und dienen heute meist als Museum.

Der Moskauer Kreml

Der bekannteste und auch einer der ältesten Kreml ist natürlich der in Moskau. Befestigte Anlagen an dem Ort, an dem er heute steht, gab es vermutlich bereits im 12. Jahrhundert.

Viele Jahrhunderte bestanden die Anlagen aus Holz, daher sind sie in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr erhalten und wurden mehrmals von Feinden niedergebrannt, denn der Moskauer Kreml war bereits im Mittelalter ein wichtiges Machtzentrum. Im 14. Jahrhundert wurde die Bauweise geändert, er wurde unter Fürst Iwan Kalita neu aufgebaut und erhielt so schon fast seine heutige Struktur und als Feuerschutz mit Ton verkleidete Holzmauern, die dann bald nach dem Tod des Fürsten und nachdem sie bei einem Großfeuer doch niedergebrannt waren durch weiße Kalksteinmauern ersetzt wurden.

Ende des 15. Jahrhunderts, unter Fürst Iwan III., nahm der Moskauer Kreml dann die Gestalt an, die wir heute kennen. Die Mauern waren jedoch noch bis ins 19. Jahrhundert weiß angestrichen.

Besonders interessant sind natürlich die Gebäude innerhalb der Mauern.

Die Verwaltungsgebäude, die heute genutzt werden, sind recht neu, der staatliche Palast zum Beispiel wurde 1960 erst erbaut. Der Senatspalast sowie der große Palast stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Das älteste und auch eines der bekanntesten Gebäude ist die Mariä-Entschlafens-Kathedrale oder Uspenskij Sobor, sie wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut. Aus dieser Zeit stammt auch der Facettenpalast, das älteste profane Gebäude Moskaus.

Der große Glockenturm Iwan der Große wurde dann zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut.

Dies ist jedoch nur eine kleine Auswahl der Sehenswürdigkeiten des Kremls. Für einen interessierten Besucher reicht ein Tag fast nicht aus um die vielen Kirchen und Paläste mit ihren wunderschönen Sälen zu besichtigen.

Und in anderen Städten?

Natürlich sind auch die Kreml anderer alter russischer Städte sehenswert. Der in Weliki Nowgorod, der oft auch Detinez genannt wird, ist eine Rundburg aus roten Ziegeln und Kalkstein. Auch er beinhaltet mehrere Kirchen und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Sehr bekannt ist ebenfalls der Kreml von Pskow, der weiße Mauern hat und vermutlich noch älter als der Moskauer Kreml ist.

Ikonen: Viel mehr als Heiligenbildchen

Eine Ikone, wie man sie zuhause in der krasnyj ugol (schönen Ecke) aufgestellt hat

Ikonen sind aus der orthodoxen Kirche nicht wegzudenken und eines der wichtigsten russischen Kulturgüter überhaupt. Auf ihnen sind Heilige, die Jungfrau Maria mit dem Kind, die Dreifaltigkeit, Jesus Christus oder ganze Geschichten aus der Bibel als Bildergeschichten abgebildet.

Was sind Ikonen?

In den meisten Fällen bestehen Ikonen aus mit Eitemperafarben bemaltem Lindenholz. Die Figuren sind immer beschriftet (meist in Altkirchenslawisch), damit der Bezug zu dem jeweiligen Heiligen nicht verloren gehen kann. Ikonen werden in der Orthodoxie verehrt. Sie stellen eine Art Fenster oder Brücke zu dem Glaubensinhalt dar, der abgebildet ist und auf den man sich in seiner Verehrung bezieht. Die Verehrung sieht dabei so aus, dass man sich vor der Ikone bekreuzigt, verneigt und sie küsst. Oft zündet man neben ihr auch Kerzen an.

Neben den großen, historischen oder modernen Ikonen, die man auf den Ikonostasen in den Kirchen finden kann, gibt es auch kleine Ikonen, die jeder kaufen und mit nach hause nehmen kann. In alten russischen Häusern war eine Ecke, die sogenannte „schöne Ecke“ (krasnyj ugol), den Ikonen und damit der Verehrung der Heiligen vorbehalten. Diese Tradition pflegen gläubigen orthodoxen Christen auch heute noch. Meist wählt man die „schöne Ecke“ so, dass man während des Gebets nach Osten blickt.

Die Geschichte

Eine besonders wichtige Rolle in der Orthodoxie spielen natürlich die historischen Ikonen. Die ältesten von ihnen brachte Fürst Wladimir 1., der die Orthodoxie in der Kiewer Rus 988 einführte, aus Byzanz mit. Auch später noch importierte man Ikonen, eine der wichtigsten davon ist die Ikone der Gottesmutter von Wladimir. Sie wurde 1155 in die Stadt Wladimir gebracht, später wurde sie in der Uspenskij-Kathedrale in Moskau ausgestellt. Um sie ranken sich zahlreiche Legenden, heutzutage ist sie russisches Nationalheiligtum und man kann sie in der Museumskirche der Tretjakow-Galerie in Moskau besichtigen.

Die Ikonenmalerei in Russland selbst begann im 12. Jahrhundert in Weliki Nowgorod, auch in Jaroslawl gab es bedeutende Schulen. Vor allen Dingen jedoch sind drei Dörfer, in denen es Ikonenmalereischulen der Altgläubigen gab, wichtige Zentren der russischen Ikonenkunst: Palech, Mstjora und Cholui.

Der wichtigste Ikonenmaler Russlands war Andrej Rubljow. Er lebte von ca. 1360 bis 1430 in Moskau und prägte vor allen Dingen die Darstellung der Dreifaltigkeit auf den russischen Ikonen. Seine bekannteste Dreifaltigkeitsikone ist heute ebenfalls in der Tretjakow-Galerie ausgestellt.

Der Baikal: Einzigartiger Naturraum in Russland

Der Baikal

Der Baikal in Sibirien zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe. Was jedoch macht ihn so besonders?

Der See

Der Baikalsee hat mehrere Rekorde inne. Er ist mit 1642 m. der tiefste und mit einem Alter von 25.000 Jahren auch der älteste Süßwassersee der Erde. Noch dazu beinhaltet er über 23.000 m³ Wasser, was ein Fünftel der Süßwasserreserven der Welt ausmacht. Auch seine Insel- und Halbinsellandschaft ist sehenswert. Wie viele Inseln und Inselchen es genau sind, ist nicht geklärt. Aber es gibt 22 größere Inseln, von denen Olchon am Westufer die größte ist.

Der Name „Baikal“ kommt aus der Burjatischen Sprache, wo der See „Bajgal Nuur“ heißt, was soviel bedeutet wie „reicher See“. Die Burjaten sind ein mongolischer Volksstamm, der ursprünglich in diesem Gebiet gesiedelt hat. Die heutige Republik Burjatien liegt im Südwesten des Sees.

Der Baikal als Reiseziel

Der Baikal ist ein lohnendes Ziel für Touristen, gerade was Umwelttourismus angeht. Die Natur am Baikal ist einmalig, so gibt es dort einige Naturparks und immer wieder Umweltschutzprojekte. Das Wasser ist glasklar und zeichnet sich durch eine sehr gute Wasserqualität aus.

Man sollte wissen, dass die riesige Wassermasse im See auch das Klima beeinflusst. Im Winter ist es dort etwa 10°C wärmer, im Sommer um 10°C kühler als im Umland. Wer angenehmes Badeklima möchte, sollte den Baikal unbedingt im Juli oder August besuchen, die dort die wärmsten Monate sind.

Schutz des Ökosystems

Man muss auch erwähnen, dass die Infrastruktur am Baikal noch immer schlecht entwickelt ist und es dort auch Umweltprobleme gibt. Zwar ist der Baikal alles andere als von Touristen überlaufen, doch das Ökosystem rund um den See ist bedroht. Der Müll, den die Touristen hinterlassen, kann wegen der mangelnden Infrastruktur nur schwer entfernt werden. Die Industrie (vor allen Dingen das Papier- und Zellulosewerk am Südufer) verschmutzt das Wasser. Auch werden an den Zuflüssen mehr und mehr Staudämme gebaut. Gemeinsam mit den geringen Niederschlägen hat dies gerade in den letzten Jahren zu einem gefährlich niedrigen Wasserstand geführt.

Es gibt allerdings auch zahlreiche Initiativen, das Ökosystem rund um den See zu schützen, denn es ist einzigartig und absolut schützenswert. Dadurch, dass der See so alt ist, haben sich dort viele Tier- und Pflanzenarten entwickelt, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Zu ihnen zählen zum Beispiel die einzige ausschließlich in Süßwasser lebende Robbenart, die Baikalrobbe, sowie die Fischarten Omul und Golumjanka. Wobei die Golumjanka von allen Süßwasserfischen in den größten Wassertiefen lebt. Alles in Allem leben am Baikal ungefähr 1500 solcher endemischer Tierarten.

(Foto: Bild von jacqueline macou auf Pixabay)